Freitag, 8. Mai 2015

Panama City

Um halb 6 am Morgen kommen wir im Busterminal von Panama City an. Es ist laut, und sogar um diese Uhrzeit wuselt es vor Menschen. Wir finden Kaffee, und danach sind wir bereit, uns den Herausforderungen der Welt zu stellen. 
Das öffentliche Verkehrssystem von Panama City wird tatsächlich per Magnetkarte bezahlt, und nach ein bisschen in der Schlange anstellen haben wir eine solche erstanden. Dann noch ein bisschen Herumgefrage, und wir erfahren, dass wir einen Bus zum Plaza Cinco de Mayo nehmen müssen.
Den Platz, der angeblich hübsch sein soll, finden wir nicht, dafür eine Kakophonie von Bussen, Taxis, Autos, Straßenverkäufern, und dem ganzen Rest.
Vor dort stapfen wir Richtung Fischmarkt, und dort weiter zum Viertel Casco Viejo, dem Altstadtstückchen der Metropole.

Nicht, was ich erwartet hätte: Panama City.
Dort angekommen, suchen wir uns ein Hostel. Ich hätte schon längst das Handtuch geschmissen (müde, heiß, schwerer Rucksack..) und das erstbeste etwas teurere Zimmer genommen, aber Hannah ist unermüdlich, und so landen wir schließlich im Hostal Miami am Rande der renovierten Zone.

Dann spazieren wir los, und schauen mal, was die Stadt so zu bieten hat. Als allererstes fällt natürlich auf: Die Skyline!

Rührende Geste: Es ist so heiß, dass auch ganz Ausziehen nichts hilft, und so hat eine Dame der anderen ein Tüte Eis geholt. (Wer der alte Knacker dazwischen ist, weiß ich nicht.)

Sogar ein bisschen Fußgängerinfrastruktur gibts zwischen (oder über) den schier unendlichen Straßen. Man fährt hier gerne SUV.

Bei Ebbe kommt dieser gesunkene Bagger im Yachthafenbecken zum Vorschein.
Die Stadt mit ihren Wolkenkratzern schindet wirklich Eindruck. Zum Glück gibts auch einen Fußgängerstreifen neben der mehrspurigen Schnellstraße am Ufer entlang (und eine Fahrradstrecke!), von dem man den Ausblick sowohl auf die blitzblanken Hochhäuser als auch auf die heruntergekommenen Fischkutter genießen kann.

Casco Viejo

"Unser" Viertel ist der Casco Viejo, die Altstadt von Panama City. Irgendwie erinnert sie mich ein bisschen an Havanna. Auf der einen Seite hübsch renovierte Bürgerhäuser, alle hundert Jahre und älter, dazwischen unzählige Projekte, die gerade wiederhergestellt werden. Alles glänzt und prunkt, ein schickes Café reiht sich an das andere, umrahmt von edlen Hotels, bis man ein paar Blocks weiter geht.

Eine der renovierten Straßen im Casco Viejo.
Dort kommt man zu den Straßenzügen, die noch keinen Investor gefunden haben. Teilweise stehen nur noch die Fassaden, andernorts sind die baufällige Gebäude von den Großfamilien bewohnt, die sich keine 1000 Dollar Monatsmiete für 50-Quadratmeter renovierten Altbau leisten können. Dort gehts dann auch gleich lustiger auf den Straßen zu. (Davon hab ich nur leider kein Photo.)

Die andere Seite: Nur Frühmorgens so ausgestorben, sonst wuselt und lebt man hier auf der Straße.


Ehemalige Klinik.
Einmal, als wir noch tiefer ins Gewirr dieser Gassen eintauchen wollen, bleibt plötzlich ein SUV neben uns stehen, lässt das Fenster herunter, und ruft uns zu: "Stop, red zone! Don't go their, they rob you, with guns!"
Hm. Dann vielleicht lieber nicht.. Natürlich ist uns auch schon die hohe Polizeipräsenz aufgefallen, aber damit hätten wir eigentlich nicht gerechnet. Wir drehen bei und lenken unsere Schritte Richtung Chinesisches Viertel.

Dort wirds noch belebter, es reiht sich ein Mini Super an den anderen, dazwischen gibts Comida Economica. Und am Rande davon das Café Coca Cola, in dem seinerzeit auch schon El Che gesessen sein soll. 
Und tatsächlich, wenn man sich dort drinnen einen Kaffee gönnt (der übrigens ausgezeichnet ist), fühlt man sich noch mehr an Cuba erinnert.

Das Café Coca Cola.


Mini Super Capitalismo. Damit ist eigentlich alles gesagt, was zu sagen ist.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass La Habana in zehn Jahren auch so aussieht. Meine Güte.
I need some space!

So nebenbei: Der Fischmarkt ist wirklich sehens- und kostenswert. Becher mit Cevice (also roher Fisch oder sonstige Meeresfrüchte mit Zwiebel in Limettensaft eingelegt) wird hier en masse angeboten, und auch wenn man gar keine Fische kaufen möchte, ist ein Spaziergang höchst unterhaltsam.

Selbstgemaltes Schild an einem der Fischstände. Man beachte den panischen Schwimmer zwischen Hai und Oktopus.
Unser Hostel stellt sich übrigens als absoluter Glücksgriff heraus. Zwar blättert der Putz von der Decke ein wenig ab, so dass man immer wieder mal die kleinen Klümpchen aus dem Bett kehren muss, aber es gibt eine Dachterrasse mit frischer Brise, tollem Ausblick, und Baumschatten nach vier Uhr nachmittags. Und sie wird nur von uns benutzt.

Die Ecke mit Internetzugang in unserem Hostel.

Thomas und Elke kommen an!

Nach ein paar Tagen ists dann so weit: Elke und Thomas kommen an. Hannah und ich finden den Bus zum Flughafen, warten ein Stündchen oder zwei (der Flieger musste ein Paar Schleifen fliegen, bevor er landen konnte), und dann kommen die beiden tatsächlich herausspaziert!
Sie wirken beide erstaunlich frisch nach einem 12-Stunden-Flug, schultern die Rucksäcke, und gemeinsam gehts zurück in die Stadt.

Im Hotel angekommen, haben die beiden noch immer Energie, also spazieren wir zum Ufer hinunter, und auch (oder besonders) am Abend ist der Ausblick ziemlich beeindruckend. Während Elke und Thomas staunen (ich glaube, so ganz angekommen sind sie noch nicht), sind Hannah und ich mit etwas ganz anderem beschäftigt:
Vollkornbrot aus Deutschland, Blauschimmelkäse aus Frankreich und Bergkäse aus Österreich! Nach mehr als einem halben Jahr Entzug kann man sich kaum vorstellen, wie lecker das ist. Die beiden haben uns eine Riesenfreude mit diesem Mitbringsel gemacht!
Fischmarkt, Elke, Thomas, und Donat. Was auch immer wir da gerade angucken.
Am nächsten Morgen starten wir dann eine Runde. Das von uns ausgewählte Programm: Fischmarkt, Casco Viejo, Café Coca Cola, sowie die kleinen Straßenstände beim Chinesischen Viertel. Abends ist dann Tratschen bei Bier und Platano-Chips auf unsere Dachterrasse angesagt, bis sich schließlich doch ein bisschen Jetlag bei Elke und Thomas bemerkbar macht.

Äh ja, hier ists dann doch ganz schön heiß.


Donats Viechereien

Auch in der Stadt gibts Tierchen zu sehen: Ein Waschbär klettert auf der Uferbefestigung herum, lockt durch sein lautes Schnobern und Schnüffeln noch zwei Kollegen herbei, und würde sich ganz offensichtlich über ein wenig deutsches Brot und französischen Käse freuen. Wir teilen aber nicht.

Waschbär Waschbär, möchte auch lecker Essen.

The way to Panama City

Cahuita is already quite close to the border to Panama, and in about a week Hannah's parents will come over for a visit / holidays. We decide to skip everything in between for now, and spend the rest of the days in Panama City, hopefully with couchsurfers..

One bus takes us to the small border village of Sixaola. A couple of customs forms, randomly paid dollars and stampled passports later, we are ready to cross. Turns out that this is more fun than expected: Like so many other pedestrians, we walk over this really rickety railroad bridge.

Crossing the border means crossing this former railroad bridge. It's been there for around hundred years, so I guess it won't come down just we are walking over it..
On the Panamanian side, we have to show a copy of our flight tickets out of Central America. This is new, at least for land border crossings. Also for the first time, a border officer makes a snide but good-humoured remark about my passport photo. (Photo: Clean shave, short hair, no backpack, and almost looking like a civilized person. Reality: somewhat different...)

When he opens Hannah's passport (Photo: Long hair, etc.), he sighs, puts in the stamps, and sends us on our way with a resigned look.

A touristical entrepreneur (=rip-off) invites us to pay 10 dollars for the trip to Almirante. He explains that the public bus service for the same trip will take about twice as long, and will cost us about 8 dollars each, and we'd have to switch buses three times.
Hannah is clever enough to ask for the price with the regular bus drivers, and it turns out that the trip to Changuinola is 70 cents. There, we'd actually have to change the bus, and pay another dollar. Riiiight.

While we wait together with two other travellers from Bavaria, the guy comes back several times and lowers his prices to 4 dollars in the end. Patiently and civilly, we explain that we do not enjoy being lied to, and would now rather walk the distance than use his servce.
Of course we don't have to, and on the bus to Changuinole we even meet a 17-year old German exchange student, who offers to guide us to the bus terminal in the city.
Turns out that this is a lot of help: Changuinola is busier and more confusing than expected. We even manage to get on board of a directo to the city of Davíd, on the opposite coast of Panama. Continuing to Panama City today would be unrealistic.

Then, Caribbean to Pacific coast, crossing the Panamanian highlands, in about 5 hours. Since David is actually a bit of a detour, we ask our ajudante if we could stay in Chiriqui (the village, part of the province of the same name), and a shave off one hour of the trip to the capital in the next morning. Sure we can, is the answer. And of course there are cheap accomodations there as well.
So we jump out of the bus, pick up our backpacks and... and look around. Chiriqui turns out to be a road crossing with a gas station, a closed general store and a couple of houses. Hm.
Two ladies sitting on the patio of their nearby house watch us curiously. Mochilleros, here? We are obviously something new. When asked, they shake their heads in union: No, there are definitely no hotels nor hospedajes here. Never have. The ajudante is obviously a hombre malo. Mal suerte. Damn.

Thankfully, there is another bus covering the last leg of our journey for today, from Chiriqui to David. So we wait a quarter of an hour, hop on board, get blasted with the Spanish pop version of some Christian Rock band for about 30 minutes, and arrive in David.

By the time we find a hostal, it's already dark. Okay, it's cheap, relatively clean, and the personel really friendly. One last effort to find food, and we are done for today.

In most hotels they put neatly folded towels on our pillows, in some even a little chocolate treat. This is definitely more down to earth.
Since we are quite fed up with bus trips, we decide to stay for a day in David, rest, explore, and then take the night bus to Ciudad de Panama. After an hour, we are already bored, because it turns out David is really not pretty. So we have plenty of time left to explore the internet, read some chapters in our books, drink fruit smoothies, and shop for new hats. Yay!

Finally, our bus arrives (a great big double-decker monster of a bus!), and we try to snuggle into our seats and get some sleep. Tomorrow: Panama City!

Mittwoch, 6. Mai 2015

Cahuita (Einmal mit alles, extra Faultier)

Von El Tanque sind es etwa zwei Stunden Fahrt nach San José, dort haben wir etwa zwei Stunden Wartezeit, bis der Bus nach Cahuita endlich kommt.
Nocheinmal vier Stunden, und wir sind da.

Cahuita liegt an der Karibikküste von Costa Rica, und schon ziemlich nah an der Grenze zu Panama. Wir erreichen die Stadt schon nach Einbruch der Dunkelheit, finden aber trotzdem ohne Probleme ein Hostel. Wir werfen die Rucksäcke ab, und stapfen in die Stadt.. naja, wohl eher Ort. Örtchen. Wir gehen jedenfalls auf die eine Straße, auf der noch ein bisschen was los ist, und die fünf Restaurants zu finden sind, die es hier gibt. Das Hühnerfilet in Kokos-Sauce ist äußerst lecker, aber nachdem wir gerade einen Monat in Nicaragua verbracht haben, schockieren uns die Preise doch etwas. Fürs Essen sind die durchaus vergleichbar mit Deutschland, vielleicht sogar Österreich.

Aber eigentlich sind wir ja wegen dem kleinen Nationalpark hier. Eigentlich dient der vor allem dem Schutz des Korallenriffs (eines von zwei noch bestehenden in ganz Costa Rica, wenn ich mich recht entsinne), aber es gibt einen Wald-Pfad durch das ganze Terrain am Land, in dem man auch hin und wieder Faultiere erspähen soll.

Hoffnungsfroh machen wir uns auf den Weg, geben am Eingang unsere freiwillige Spende ab, lehnen höflich ab, mit einem Local Guide zu gehen ("If you no see any animals after five minutes, come back to me, and you will see!"), und erkunden auf eigene Faust.


Karibik-Kitsch vom ersten Moment an.
Wir hätten es nicht erwartet, aber nach deutlich weniger als fünf Minuten sehen wir das erste Faultier. Eine offensichtlich (...) amerikanische Touristenfamilie macht uns darauf aufmerksam, indem sie intensiv auf einen Baum starren, alle viere mit leistungsstarken Fernstechern ausgerüstet. Tatsächlich.. das kleine graue Fellbündel, das sich da langsam, aber sehr zielstrebig einen Ast entlanghangelt, ist das erste Faultier, das wir in freier Natur sehen.


Erstes Faultier.
Ich wüsste nicht, was wozu wir einen Waldführer gebraucht hätten. Der Wald und seine Bewohner scheinen von sich aus beschlossen zu haben, uns gehörig zu beeindrucken.

Phase Eins besteht aus Krabben, in allen Farben und Formen.
Hannah ist amüsiert: Donat verbringt viel Zeit damit, Kleinstgetier zu beobachten.
Aber wie soll ich denn widerstehen, wenn hier eine Krabbe UND ein Gecko gemeinsam für ein Photo posieren?
Am Strand gibts dann noch diese gelben Krabben hier, denen man beim Sand-aus-dem-Wohn-Loch-raustragen-und-dann-hurtig-wegschmeißen zuschauen kann.

Schnell ist man hier nicht. Ständig muss man stehenbleiben und sich irgendwas angucken.

Kleines Hindernis: Ein Flüsschen muss durchwatet werden. Das Wasser ist dunkelbrau bis rostrot, von dem Mangrovengebiet so gefärbt, durch das es fließt, bevor es sich ins Meer ergießt.

Etwa 10 cm langer Hundertfüßler, gut gepanzert. Nicht dass ich den essen möchte.
Hannah reißt mal schnell einen Baum um.

Äußerst selten: das fünf-fingrige mitteleuropäische Bart-Faultier.

Eigentlich meint man mit Regenwald ja Matschwald.
Regenbogen-Mega-Power-Ranger-Krabbe oder so ähnlich. Auf Tarnfarbe setzen die jedenfalls nicht.
Phase Zwei: Irgendwann macht Hannah die Bemerkung, dass es jetzt dann mal langsam genug sei mit Krabben, und uns ruhig etwas anderes über den Weg laufen dürfe.

Zwei Minuten später hoppelt ein Naguti über den Pfad, gefolgt von einem Eichhörnchen. Dann nochmal eine Krabbe, aber eine so riesengroße, dass ich mich gehörig schrecke, als sie laut raschelnd aus dem Gebüsch kommt, bedrohlich mit ihrer Schere wackelt, und dann eilig zum nächsten Versteck huscht.


Und anschließend gleich der erste Affe:

Ein greiser Kapuzineraffe, der mit einem müden Blick erkennt, dass wir ihn nicht füttern dürfen.

Nummer Zwei: Auch ein Kapuzineräffchen.

Dann gleich wieder aufs Kleinstgetier, mit Gebrüll (oder eigentlich Gezirpe).

Und natürlich Unmengen von Einsiedlerkrebsen.
Nachdem sich die Leserschaft inzwischen an die ermüdend ausführliche Berichterstattung zur Fauna gewöhnt haben könnte, leg ich gleich noch einen nach: Kürzlich habe ich ein überraschend spannendes Buch über Pilze (essbare, medizinisch verwendbare und auch sonst irgendwie nützliche) gelesen, drum werden die ab jetzt auch photographiert.
Wie man die bestimmen kann, hab ich absolut keine Ahnung. Nicht mal ansatzweise.
Vor der hübschen Karibik-Kulisse geben dann sogar wir nette Photomotive ab:
Kleidung und Haare bleichen mit viel Salz und Sonne langsam aus.

Noch mehr Pilze in hübschen Farben. Was das hier tut außer ein gutes Photo abgeben, weiß ich natürlich auch noch nicht.
Zu schnell für diese Kamera: ein Nasua.

Kurze Zwischenlandung auf meinem Rucksack: Der berühmte Absolute-Nullpunkts-Marienkäfer.
Inzwischen ists schon später Nachmittag, und wir freuen und auch über die Sichtung eines Hinweisschildes: Freilaufende Busse, nur mehr 2 km. Wir hoffen, dass wir einen davon antreffen.
Ob die Bushaltestelle auch so gut versteckt ist?
Dann sind wir schon kurz vor dem Ausgang des Nationalparks, als wir einen offensichtlich amüsierten Parkranger und ein kleines, lumpenbündel-artiges Ding am Straßenrand sehen. Ein Faultier!
Für den Phototermin scheut dieses Faultier auch vor den ärgsten Anstrengungen nicht zurück: Es hebt mal ganz kurz den Kopf.

Der Ranger erklärt uns, dass dieses Tier mitsamt des Astes abgestürzt ist, aber zum Glück unverletzt geblieben ist. Jetzt sei es aber vom Sturz sehr gestresst, und reagiert darauf genau so, wie man es von einem Faultier erwartet: Es schläft erst mal eine Runde. Na klar, was sonst.
Palmwedel mit daran befestigtem Faultier, und Parkranger.

Schlaf gut, kleines Faultier.
Den Bus haben wir übrigens nicht erwischt. Der Spaziergang zurück in den Ort, entlang der sonnenbeschienenen Straße, auf der die Autos mit 80 km/h dahingedonnert sind, war dann nicht ganz so erquickend. Haben wir trotzdem geschafft.

Freitag, 24. April 2015

El Tanque and onwards

After the boat tour from Nicaragua to Costa Rica, we find a bus to Muelle de San Carlos (three hours), and from there another hour to El Tanque. 
It's just a small road village, but we've found a couchsurfer there. After the usual moment of confusion at the bus stop (Is this the right spot? How do we find the guy? Hope this works..), we are hailed by a señor with a friendly smile and an enormous belly. He's the owner of the local bar, and immediately made the mental connection of "people with huge backpacks" and "that place where the couchsurfer lives". 
So he can provide us with a detailed description, and we find Sayyon's place. (It's actually a former hotel, that now rents out appartment-rooms.)

Sayyon is a nice, laid-back guy from Costa Rica that spent most of his life in the States. He's about to start Med School in San José, but wants to avoid the hustle of the big city until it's absolutely necessar.

Hannah and me probably aren't the most entertaining guests: After three days of perpetual bus rides we just want to hang around a bit. But Sayyon doesn't seem to mind, actually seems to enjoy our relaxed company.


Slacklining in the former hotel garden.

Trying to relax harder on that slackline.

Extreme relaxing with aid of hammocks.
Also, our host has a few completely new tastes for us to try: He is experimenting with cocoa wine. This means he chops up the cocoa tree fruit, mixes them with water (and a bit of sugar), and lets it ferment.
The result is a very interesting drink that resembles cider, but with some completely exotic notes to it.
Step Two is to extract the cocoa pips (or nuts? What are they actually called?) after the fermentation, dry them, grind them, and then make chocolate of them.

He also shows us something else: The pods seen in the following picture come from some kind of legume tree, and actually contain bean-like seeds (as usual, with legumes..) covered in some candy-cotton-like sweet fluff!
A wonderful tasty snack for travelling, coming in it's own natural wrapping. (But damn, if forgot the name of that fruit again!)

So, THIS is supposed to be edible?

Oh why yes it is, like legume cotton candy praliné!
So after two nights of sleeping really long and one day of not-doing-much-at-all, we are back on the road.

Montag, 20. April 2015

Unterwegs: Juigalpa bis Los Chiles

Die stundenlange Busfahrt von San Ramón bis Juigalpa machen nicht sehr viel Spaß. Wir müssen dreimal umsteigen, in einem Bus gibts keine Sitzplätze mehr, und meine Geldtasche verschwindet. (Man weiß nicht, ob ich sie verloren habe, oder sie geklaut wurde.. Wer auch immer die umgerechnet 20 Dollar da drin jetzt hat, wird sich aber vermutlich darüber freuen.)

Selbstverständlich sind unsere Bankkarten an einem anderen, sichereren Ort verstaut, und so müssen wir nur den nächsten Bankomaten finden, was uns auch gelingt. 
Um ungefähr 15 Uhr, also nach etwa 7 Stunden, kommen wir in Juigalpa an. Wir finden eine ziemlich schäbige Hospedaje, laden die Rucksäcke ab, und stiefeln ein bisschen in der Stadt herum. Die Aussicht vom Palo Solo ist schön.

Blick von Palo Solo Park in Juigalpa auf nicaraguanische Hinterland.
Im Umland wird sehr viel Viehzucht betrieben, und so hat es sich ergeben, dass die lokale Spezialität von Juigalpa huevos de torro sind, auf Deutsch: Stierhoden.
Die muss ich mir natürlich bestellen, Hannah bleibt bei einem ganz normalen Kotelett. Erfreut stelle ich fest, dass meine sopa de huevos de torro mit Reis und frittierten Platanos, und die Suppe so mehr als eine vollwertige Mahlzeit darstellt. Und eine leckere noch dazu. 
Die wahre Sensation ist aber Hannahs Essen. Seit ich sie kenne, ist ihr Haupt-Kriterium an jedes Mittagsessen, dass es heiß genug sein muss. In Nicaragua passiert das selten. Hier allerdings wird das Stück Fleisch, appetitlich garniert mit ein bisschen Gemüse und Zwiebelrinden, auf einer so heißen metallenen Grillplatte serviert, dass das Ganze noch gut eine viertel Stunde vor sich hinbrutzelt. (Nicht übertrieben, es zwischt, wenn ein Zwiebelring mit der Platte in Berührung kommt.)
Stierhodensuppe und eine wahre Sensation: Hannahs Essen wurde zu heiß serviert.
Am nächsten Morgen machen wir uns dann wieder per Bus auf den Weg nach San Carlos, der Grenzstadt vor Costa Rica.
Der zweitschönste Malecon bisher. (La Habana bleibt - mit Abstand - ungeschlagen.)

Unsere Unterkunft ist zwar nur eine Bretterschachtel, aber sie befindet sich im ersten Stock, und hat daher eine wunderschöne Aussicht auf den Lago Nicaragua.
Das Städtchen ist hübsch, aber überschaubar. Was Grenzstädte angeht, so ist sie zweifelslos eine Perle (also, vergleichsweise, versteht sich), aber, wie Hannah es sehr treffend ausdrückt: Hier möchste nich' tot übern Zaun häng'n.
Es gibt natürlich Lichtblicke, und so erwähne ich hier die zahlreichen (=drei) Restaurants am Malecon, die ausgezeichneten Fisch servieren, die Tatsache, dass man an der Uferpromenade öffentlich zugänglichen Internetzugang hat (wie fast in allen mittelgroßen nicaraguanischen Städten. Sobald man eingeloggt ist, wird man auf die Facebookseite des Präsidenten weitergeleitet, mit dem dezenten Hinweis, dass man sie ja liken könnte..), und noch ein ganz besonderer Laden:
Eine Bäckerei, die als Panaderia Aleman bezeichnet wird. Irgendeine deutsche Bäckerei-Großkette (weiß nicht mehr welche, versuche ich noch rauszukriegen) bildet doch hier tatsächlich nicaraguanische Frauen zu Bäckerinnen aus, und das erwirtschaftete Geld kommt Frauen zugute, die Opfer häuslicher Gewalt wurde.
Für uns unmittelbar bedeutet das das beste Brot, das wir seit einem halben Jahr gegessen haben. 

Wir verlassen den Ort per Boot:
Blick von unserem grenzenüberschwimmenden Boot auf San Carlos.
Die Bootsfahrt auf dem Rio Frío ist auf jeden Fall die unterhaltsamste Grenzüberquerung unserer ganzen Reise. Der Fluss ist voller Süßwasserschildkröten, die auf ufernahen Baumstümpfen sitzen und den Kopf hochnäsig in die Höhe recken, es flattern und zwitschern allerhand absurd gefärbte Vogel über uns, und sogar zwei (kleine) Krokodile gibt es zu sehen.

Zwischendurch gibts einmal einen kleinen Militärposten am Ufer, wo wir für fünf Minuten anlegen. Die Soldaten kontrollieren nochmal unsere Pässe und schwitzen. Sie tun mir leid.
Dann fahren wir weiter und sehen noch mehr Getier. 


Letzten Endes, nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt, kommen wir in Los Chiles in Costa Rica an. Wir verschweigend dem Zöllner, dass wir doch Lebensmittel mit uns mitführen (nicaraguanisches Brot nach deutschem Rezept.), bekommen einen Stempel in unseren Pass, und machen uns frohen Mutes auf die Suche nach dem Busterminal.