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Freitag, 13. November 2015

Trinidad (DE)

Nächster Halt: Trinidad. Dieses Mal sind unsere Gastgeber soweit gegangen, ein Bici-Taxi für uns zu organisieren, dessen Fahrer uns vom Busbahnhof abholt und uns (sowie unser durchaus beträchtliches Gepäck) direkt bis zum Casa Particular liefert.

Der Abhol-Modus hätte vielleicht bereits als erster Hinweis verstanden werden können: Die Eigentümer der Casa Particular sind sehr nett, aber etwas überfürsorglich.
Laut ihnen darf man keinenfalls in einer der vielen kleinen Gaststuben essen (Durchfall-Gefahr), Obst von Straßenverkäufern konsumieren (Durchfall), oder das Leitungswasser trinken (Überraschung: Durchfall!).
Die Lösung all dieser Probleme wäre natürlich, Frühstück, Mittagessen und Abendessen direkt in ihrer Casa Particular zu uns zu nehmen, sowie das Plastikflaschenwasser aus ihrem Kühlschrank zu trinken (und zu zahlen).

Wir nicken, lächeln, und ignorieren natürlich alles, was sie gesagt haben, sobald wir um die erste Ecke gebogen sind. Großartig!

Trinidad selbst ist, nach modernen Standards, ein wirklich kleines Städtchen. Aber es ist eine der am besten erhaltenen Städte in der gesamten Karibik; aus der guten alten Zeit, als man mit dem Handel von Zuckerrohr noch richtig stinkreich wurde.
Im Stadtzentrum findet man kaum ein einziges modernes Gebäude, lediglich alte, aber sorgsam restaurierte Häuser aus der Kolonial-Zeit.
Blick über Trinidad. Vermutlich war der Ausblick vor 50 oder 100 Jahren genau derselbe, nur dass möglicherweise weniger Menschen "Horseback riding?!" angeboten haben. Zum Glück sieht man die von hier oben nicht.
Natürlich haben das etliche Reisende außer uns auch schon mitgekriegt, und die lokale Bevölkerung ebenfalls. Trinidad ist definitiv der "touristischste" Ort, den wir bisher in Cuba gesehen haben. Alle paar Meter springt uns ein enthusiastischer Fremdenführer ins Gesicht, und schreit uns freundlich "Horseback Riding?!", "Taxi?!" oder "Restaurant?! Nice Restaurant!" zu.

Aber wir sind in Cuba, und ein kurzes "No, gracias." reicht üblicherweise aus. Von den vielen Dingen, die man als Tourist hier anstellen kann, haben wir uns das Museo Nacional de la Luche Contra Bandidos (Nationalmuseum des Kampfes gegen Banditen) angesehen. Entgegen meiner hoffnungsvollen Erwartung geht es hier aber keineswegs um Piraten; "Bandidos" ist in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit "Leute, die die sozialistischen Revolution nicht toll finden".
Außerdem noch das Casa de la Musica, natürlich mit der kubanischsten Musik, die man sich vorstellen kann. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es nur zur Belustigung der Besucher existiert, oder tatsächlich für die einheimische Bevölkerung.. die Zuhörer sind wirklich sehr durchmischt.
Ausstellungsstücke wie dieses hier (Russischer Lastwagen, verwendet um die Guten zu transportieren) und viele andere (Maschinengewehr von den Bösen, Motorboot von den Bösen, Haarbürste von den Guten, etc.) beeindrucken uns nur moderat. Und unser Spanisch ist leider noch nicht gut genug, um die diversen Briefe von Fidel, Ché oder seinem sogar noch sympathischeren Kumpan, Camilo Cienfuegos, zu verstehen.


Und natürlich machen wir auch einen Abstecher zur Playa Ancon, in einem Coco Taxi (erfunden in Indien, entworfen in Italien, und zusammengebaut in Cuba).
Am Strand tauschen wir meine Schwimmflossen gegen zwei Coco Locos. (Weniger zu tragen (und mehr zu trinken) für uns, und eine Riesenfreude für den Fischer, der sich als Getränkeverkäufer seinen mageren Fang verbessert.)
Coco Loco ist eine großartige Sache: Dazu wird eine frische Kokosnuss mit einer Machete aufgeschlagen, und Rum, Limettensaft und Rohrzucker hineingeschüttet. Alle Zutaten sind hier im Überfluss vorhanden, also eine großartige Erfindung.
Von links nach rechts: Donat (mit türkiser Sonnenbrille), Coco Loco, Coco Loco, Hannah (mit türkiser Sonnenbrille).
Die Museen für Lokalgeschichte und Architektur waren leider geschlossen, als wir sie besuchen wollten. Der Grund: starker Regen. Die Schulen blieben an diesen Tagen ebenfalls geschlossen.
Ich, Veranda im Kolonial-Stil, sowie viel viel Regen. Der Regen ist auf dem Foto schlecht zu sehen, aber er war da. Sehr sogar.

Sonntag, 14. Juni 2015

Auf der Finca "Paradise Found"

Endlich komme ich dazu, von unserem Aufenthalt auf der Finca zu schreiben. Insgesamt waren wir wohl etwas über zwei Wochen dort: Das erste Mal 5 Tage, bevor wir mit Ina und Till herumgereist sind, und dann noch einmal etwa 10 Tage, die wie im Flug vorbeigehen.
 
Aufgang zur Terrasse. (Das Schild hat übrigens Hannah gemacht.)
Zunächst einmal zu den derzeitigen Bewohnern der Finca:

Da ist natürlich Johanna selbst. Die emigrierte Wienerin wohnt seit sieben Jahren hier, und man merkt ihr an, dass der Name der Finca ("Paradise Found") gut gewählt ist. Sie ist freundlich, direkt, neugierig, und resolut, und wirkt einfach durch und durch zufrieden mit ihrem Leben. 

Teresa ist eine Studentin von der Uni Göttingen, die ein dreimonatiges Praktikum hier macht. Voller Elan und Tatendrang stürzt sie sich auf jedes der vielen möglichen Projekte hier auf der Farm; und die Pflänzchen unter ihrer Obhut danken es ihr zumeist gut.

Will ist ein junger Architekt aus Québec, dessen Idee es ist, irgendwo an der Karibikküste ein Auslegerboot zu bauen und mit ein paar Freunden in den Buchten herumzusegeln. Johanna hat ihm ihre Finca als Basis angeboten, und als Nebenprodukt seines Aufenthalts entstehen wunderschön gezimmerte Möbel, sowie ein detailliert ausgearbeiter Plan für ein Gästehäuschen.

Jeffrey ist ebenfalls Kanadier, und ein Freund von Johanna, der schon überall auf der Welt gelebt hat. Mit ihm spinnt Johanna neue Ideen für neue längerfristige Projekte. Welche davon umgesetzt werden, ist noch ungewiss, aber auch der Weg dorthin ist interessant und macht Spaß.

Und da ist natürlich noch Antonio, ein Einheimischer der Insel, der allmorgendlich per Cayuco (also Einbaum mit einem Paddel) ankommt und eine Unzahl der laufenden Arbeiten übernimmt. So hat er zum Beispiel sämtliche Bretter und Pfosten mit der Motorsäge geschnitten, aus denen hier alles konstruiert ist. Die Bäume kommen selbstverständlich von der Finca selbst.

Hannah, Will und Johanna bei einer Rast auf der Terrasse.

Blick auf das Rancho und die Finca.


Ausblick auf die Bucht.

Teresa genießt die Brise in der Hängematte.
Soviel zu den menschlichen Bewohnern. Abgesehen von uns wohnen hier derzeit noch 
  • 5 ausgewachsene und 2 junge Katzen (Charlie, Ginger, Popov, Lucy, die kleine Schwarze, Fridolin und Frida), 
  • ein junger Schäfhund namens King, der überzeugt davon scheint, dass die Welt nur dazu existiert, um ihn zu unterhalten (wir geben uns auch Mühe), 
  • die Ziege Frau Schneider, die immer so wirkt, als wäre sie eigentlich noch viel klüger, als sie sich gibt,
  • 2 Pferde, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe, die mir aber weniger Angst einjagen, als ich es von Pferden erwarten würde,
  • 2 recht scheue Schafe, die gemeinsam mit den Pferden die Funktion von Rasenmähern übernehmen,
  • und 10 Hühner, die seit geraumer Zeit hier leben, plus eine neues, das über Nacht aufgetaucht ist und sich zu ihren Artgenossen gesellt hat.  
Die Liste der undomestizierten Bewohner des etwa 50 Hektar umfassenden Areals wäre noch wesentlich länger, insbesondere, da mehr als drei Viertel der Fläche Dschungel sind und auch genau so bleiben sollen.

Immer dort, wo Futter vermutet werden könnte: Lucy.
Immer dort, wo etwas zum Spielen zu vermuten ist: King.
Frau Schneider erlaubt mir, sie nach Hause zu begleiten.

Man beachte das ganz frisch gelegte Ei in Hannahs Hand. (Ein Huhn hats  natürlich gelegt, nicht Hannah.)

Unterm Katzenvolk ist Charlie der dicke Macker, und teilt Krallenwatschen aus. Bei uns Menschen spielt er allerdings den Schmusebären.

Was tun wir hier so? 

Naja, zunächst einmal Essen produzieren. Bananenstauden wollen gefällt und die dazugehörigen Bananenbüschel zur Finca gebracht werden. Ananas sind zu ernten, Papayas zu pflücken, Maracujas zu entdecken, Ingwer- und Kurkuma-Wurzeln auszugraben, Luft-Kartoffeln zu suchen, Tomätchen zu naschen, und Kokosnüsse zu schlachten. Und natürlich noch hundert andere Pflanzen, die ich nicht mal beim Namen (geschweige denn vom Geschmack her) kenne, und dann gibts wahrscheinlich noch immer ein paar, über die noch nicht mal Johanna Bescheid weiß.
Spätabendliches Kokosnuss-Schlachten.

Dschungelwerkzeug: Der Macheten-Halter.

Farbliche und geschmackliche Bananen-Vielfalt.

Und es wird laufend noch mehr gepflanzt. Die Gurken-Pflänzchen, die Teresa am Tag unserer Ankunft einsetzt, zeigen bei unserem zweiten Aufenthalt bereits große gelbe Blüten und ein winziges zukünftiges Gürkchen. Der Mais schießt in den von Hannah neu angelegten Beeten in die Höhe, und die dazwischen gepflanzten Kürbisse beginnen rasch, den Boden zu bedecken, um die Feuchtigkeit am Verdunsten zu hindern. Der Spinat scheint schneller zu wachsen, als man ihn pflücken kann, und beim Unkraut-Jäten (Verzeihung: Beikraut-reduzieren) auf der Pferdeweide wird man manchmal von über 50 Zentimetern hohen, wilden Basilikumstauden attackiert.
(Kleine Anmerkung: Unkraut jäten im tropischen Raum muss man mit schweren ledernen Arbeitshandschuhen sowie einer Machete. Das Zeug hier wächst!)
Oh, und die von uns mitgebrachten Tabak-Samen spießen, und recken bald ihre Millimeter-kleinen Blättchen der Sonne entgegen.

Stolze Rückkehr nach einem Spaziergang: Die Knietaschen meiner Hose sind voller Zitronen, Kakao-Früchte und Limetten. Die ganzen Ananas und Kokosnüsse haben nicht mehr gepasst.

Der Arbeitstisch im Rancho.
Frida und Fridolin bei einem Zwischendurch-Snack.


Frau Schneider freut sich stets über menschliche Gesellschaft.. und Bananen.

Und sonst? Johanna regt Ideen an, aber lässt uns fast immer freie Hand, was genau wir anfangen wollen, und freut sich über jedes Projekt, das fertig wird. Und es gibt genug zu tun, unzählige neue Materialien auszuprobieren. 
Die Masse, in der Hannahs Mosaik-Schild fixiert wird? Zement, Lehm und Kokosfasern. 
Der Lampenschirm, den Teresa entwirft? Natürliche Matten, die man zwischen Stamm und Blattansatz einiger Palmen hier findet. 
Das neue Gummistiefelregal? Aus Holz, das hier "Ironwood" genannt wird, das man mit der Metallsäge schneiden, und für jedes noch so winzige Nägelchen ein Loch vorbohren muss. 
Die Hauptzutat für unser Abendessen nach dem neuen Rezept, das wir gerade gefunden haben? Der feste Kern einer Palmenstaude, frisch gefällt. (Okay, dieses Experiment hat nicht funktioniert, beziehungsweise einfach eine grausliche Konsistenz gehabt.)


Der angeblich essbare Kern einer Bananen-Pflanze. Skepsis ist angebracht.

Im Rancho entsteht gerade eine neue Lampe. Endlich eine Verwendung für die Kokospalm-Matten!

Unter dem Rancho entsteht hier gerade eine neue Werkstatt.
Nach bereits wenigen Tagen ist mein Arbeitsgewand (sowie der Rest von mir) so verdreckt wie noch nie zuvor, habe ich Schwielen und Schnitte an den Händen, blutige Kratzer überall sonst, und Muskelkater sowieso. Es ist wirklich eine Freude! (Und das meine ich im vollen Ernst! Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Es ist einfach schön, erschöpft und zufrieden (und geduscht) Abends auf der Terrasse zu sitzen.)

Hund und zukünftiges Gästehäuschen.

Oder wir schwimmen in der Bucht (wenn man etwa 50 Meter weit schwimmt, kann man schon die ersten Korallen, Schwämme, und Schlangenseesterne sehen), probieren Wills löchriges Cayuco aus (die Bordkante befindet sich derzeit noch unterhalb der Wasseroberfläche), und tratschen oder lesen einfach auf der Terrasse. (Der Innenraum der Finca ist nicht nur deshalb von der ersten Sekunde an einladend, weil alles aus Holz besteht, sondern auch, weil sich überall Bücherregale finden.) 

Vielleicht bringt es die folgende Beschreibung am besten auf den Punkt: Die Finca ist deswegen das gefundene Paradies, weil man hier basteln und bauen, pflücken und pflanzen, tun und lassen kann, was man will, ohne vorher die Genehmigung, Bescheinigung, Zertifizierung, oder sonstige Erlaubnis von irgendwelchen Behörden, Autoritäten, oder sonstigem Gesocks einholen zu müssen. Man einfach Platz und Möglichkeit und Freiheit hat, um sich ungestört zu entfalten.

Pura vida, möchte man fast nach costaricanischer Art sagen. 

Gerüst für die Reparatur der Regenrinne. Man zeige das Photo bitte irgendeinem mitteleuropäischen Arbeitssicherheitsbeauftragten. (PS: Zur Sicherheit wurde die Leiter aber eh am Boden festgenagelt.)

Waldviertler-Pflege in der Regenzeit.

Samstag, 13. Juni 2015

Bocas del Toro - Erste Eindrücke

Nach 5 Tagen auf Johannas "Finca Paradise Found" (dazu ein ausführlicher Blog-Eintrag etwas später) machen wir uns auf den Weg nach Bocas. Unser Transportmittel: Ein Einbaum, gemächlich vorwärtsbewegt mit einem 15-PS-Außenbordmotor. Die Besatzung setzt zusammen aus: Unserem Fahrer, sowie seiner Frau, die unentwegt Wasser aus dem Boot schöpft. Das ist notwendig, und so kommen wir doch trocken an.

Durchaus ein Erlebnis. Ja, das da vorne rechts ist ein Loch. Nicht das einzige.

Nur wenig später treffen wir dann Ina und Till. Die beiden sind vor etwa drei Tagen in Costa Rica eingetroffen, und haben vor, die nächsten Tage mit uns in Panama zu verbringen.
Nach einem kleinen Willkommens-Bierchen und kurzem Suchen finden wir ein recht hübsches Hostel, direkt am Ufer gelegen, mit Steg und Strand und Handtüchern. Luxus pur!
Das unmittelbare Programm: Erstmal Karibik-Baden, und dann eine Demonstration, wie man Kokosnüsse öffnet, um darauf Coco Loco zu mischen. Essen und derlei Firlefanz kommt später.

Ina und Till, erstes Karibik-Bad
Leider muss ich gleich hinzufügen, dass meine photographische Ausbeute unserer Zeit mit Ina und Till sehr mager ist. Da die beiden fleißig Photos schießen, überkommt mich sogleich mein innerer Schweinehund, und ich werde photographierfaul.

Zusätzlich kommt wohl noch hinzu, dass die beiden gemeinerweise von ziemlich viel Regen empfangen werden. So schüttet es am nächsten Morgen wie aus Kübeln, und tröpfelt noch während der Bootsfahrt nach Bastimentos. Wir kommen in der Red Frog Beach Lodge unter, und spazieren den Strand entlang, wo es noch ein bisschen mehr regnet. Macht nichts, Wellenreiten kann man auch, wenn man nass ist. Warm genug dazu ist es natürlich immer noch.

Ganz hübsche Wellen auf Bastimentos
Nach einer Nacht auf Bastimentos gibts am Morgen - richtig geraten - viel Regen. Wir beschließen, Bocas den Rücken zuzukehren, um ins Hochland zu fahren, vielleicht herrschen dort ja andere Wetterverhältnisse.

Freitag, 29. Mai 2015

Abschied und noch mehr Eindrücke in Panama City

Nach der kühlen Brise am Pazifik erscheint Panama City jetzt noch schwüler. Zu Glück steht heute nicht mehr am Programm, als abends am Fischmarkt Thomas und Elke auf eine Spezialität einzuladen, die sie beinahe verpasst hätte: Ceviche!

Wieder-Ankunft in Panama City.
Ceviche ist in Limettensaft marinierter, roher Fisch, mit ein paar gehackten Zwiebeln vermischt. Alternativ am Fischmarkt natürlich auch mit Shrimps, Tintenfisch, oder anderen Meeresfrüchten zu genießen. Wir probieren sie alle, und machen ein großes Fischessen daraus.
Abendliches Fisch-Schlemmen am Markt. (Oh, diese leckere Ceviche!)
Nochmal Aussicht aufs Hochhausviertel.
Am nächsten Morgen ist das Programm schon etwas straffer: Schnell auf diverse Märkte, um ein paar Souvenirs zu erstehen. Hannah und ich kaufen fröhlich mit, um die günstige Gelegenheit zu nutzen, und Thomas und Elke einige Sachen von uns mitzugeben, so dass ihre Rucksäcke bis obenhin vollgestopft sind.
Wolkenkratzer zwischen den Häusern von Casco Viejo. Man beachte den photographierenden Architekten am unteren Bildrand.

Souvenir-Einkäufe.

Unsere beiden Besucher.
Jetzt aber wirklich: Beginn der Regenzeit. Zum Glück sind wir direkt beim Fischmarkt (und bei noch mehr Ceviche).
Da wir auch in der Nähe des Fischmarktes vorbeikommen, gibts natürlich noch einmal Ceviche. Dabei überrascht uns etwas die jetzt tatsächlich einsetzende Regenzeit.
Ein wirklich schöner Besuch!
Schließlich ists an der Zeit, und wir bringen die beiden zum Flughafen. Man hat den Eindruck, dass Elke und Thomas wirklich noch gerne eine Woche oder zwei geblieben wären. Wir hättens gern mit ihnen ausgehalten.

Oh wie schön ist Panama!

Donnerstag, 28. Mai 2015

Santa Catalina

Heute gehts wieder ans Busfahren. El Valle bis zur Kreuzung an der Interamericana, von der Kreuzung bis Santiago (Santiago de Veraguas, nicht das in Cuba, oder Chile, oder sonstwo), von Santiago bis Soná, und von Soná endlich bis Santa Catalina. Pfuh.
Die vier Profibusfahrer...
Dort ruft Hannah eine Dame an, die zu unserer Unterkunft gehört, und fünf Minuten später sitzen wir auch schon in einem weiteren Kleinbus, den sie zu unserer Cabaña fährt. Wir müssen nur noch durch einen kleinen Estero waten, also eine flache Flussmündung.

.. in ihrer Strand-Cabaña.
Die Hütte ist blasslila gestrichen, mit Hängematte ausgestattet, und man muss etwa zweimal umfallen (bei Ebbe: fünfmal), um im Pazifik zu landen. Und noch dazu gibts eine Slackline, die direkt davor zwischen den Palmen aufgespannt ist!

Manchmal muss man einfach ein bisschen posieren fürs Photo.
Strandidylle.
Wir werfen Gepäck und Kleidung ab und fallen zweimal um. Nach ausgiebigem Wellenreiten und -springen (Surfer sind wir ja keine, obwohl sich das Hostel sogar Surf-Camp nennet) ists dann Zeit zum Abendessen. Hannah, Elke und ich haben sowieso Appetit, und Thomas hat sich auch wieder soweit erholt, dass er seine Pasta al Pesto mit Genuss essen kann. (Die erste feste Nahrung seit drei Tagen, wenn ich richtig mitgezählt habe..)
Pasta gibts deswegen, weil das ganze Hostel von Italienern betrieben wird. Und die wissen halt auch, was ordentliches Abendessen ist, punktum.

Felsstrandwanderung in den Ort Santa Catalina (bei Mittagshitze).
Am nächsten Tag bilden wir uns ein, gemütlich in den eigentlich Ort spazieren zu müssen. Am Felsstrand entlang, mit pazifischer Brise, scheint das zunächst noch wie eine gute Idee, aber spätestens als wir auf die geteerte Straße zurückklettern müssen, und feststellen, dass sich der leichteste Wind genauso vor der brennenden Mittagssonne versteckt wie alles andere Leben auch, revidieren wir unseren Enthusiasmus.
Trotzdem, wir wollen in die Stadt. Wir wollen zumindest ein selbstzusammengestelltes Essen sowie Trinkwasservorräte für die nächsten Tage erstehen. Das schaffen wir auch, der ganze Rest des Örtchens hält allerdings Mittagspause. Einen Ananas-Smoothie kriegen wir doch, bevor wir den Rückweg antreten müssen.
d
Strandbesucher werden höflich gebeten, ihren Dreck wieder mitzunehmen.
Aber immerhin lernen wir aus unseren Fehlern. Wir wissen jetzt, dass es im Ort nichts für uns Interessantes gibt, und dass der Weg dorthin zumindest Mittags eher grässlich ist.
Wir konzentrieren uns also darauf, unsere nähere Umgebung umso intensiver zu genießen, was hier ja ganz und gar nicht schwer fällt. Wellenreiten, Strandspazierengehen, Hängemattenhängen, ein bisschen Slacklinen, und gelegentlich auch Rumtrinken sind ja erbauliche Tätigkeiten.
Und nachdem eine der Kokospalmen auch mit einem dumpfen Aufschlag eine Nuss direkt vor uns deponiert, können wir Elke und Thomas das ordentliche Öffnen einer frischen Kokosnuss demonstrieren, wie wir das in Livingston gelernt haben.


Hannah demonstriert das artgerechte Schlachten einer Kokosnuss.


Der Hund, der hier übrigens als Zuschauer auftritt, gehört zum Hostel, und ist durch und durch der typische Surfer-Typ. Er hängt gerne lässig mit den Gästen (in dem Fall: uns) ab, und frisst auch ganz gerne Kokosnuss.
Als wir uns einmal ein altes, halbes Surfbrett zum Wellenreiten ausborgen, ist er wieder mit dabei, klettert (mit ein wenig Hilfe) zielstrebig drauf, und demonstriert für einen Hund ganz beachtliche Surfkünste. Nicht übel.


Die geöffnete Kokosnuss wird ausgeweidet.
Zum Programm gehört eigentlich auch eine Boot-und-Schnorcheltour zum Nationalpark Coiba. Wir reservieren allerdings nur für drei Personen, ich beschließe, einen ruhigen Tag (äh.. okay, einen noch ruhigeren Tag als bisher) einzulegen und endlich wieder mal den Blog ein bisschen weiterzuschreiben.

Faulenzen im Schatten (kurz vor hektischer Blog-Schreib-Aktivität).
Um kurz vor 8 Uhr morgens gehts los, und ich begleite die drei noch in die Stadt (diesmal wieder von unseren Hostel-Leuten chauffiert). Nach einem Frühstück in dem einzigen Kaffee des Örtchens (übrigens auch von einer Italienerin geführt. Irgendwo muss es hier ein Nest geben..) hüpfen Elke, Thomas und Hannah ins Boot, ich schlendere zurück.
Bootsfahrt Richtung Insel Coiba.
Es stellt sich schnell heraus, dass ich einiges verpasse. Alleine die Bootsfahrt ist schon spektakulär, weil sie streckenweise von Delphinen begleitet wird.
Familie Reul-Gablik am Inselparadies.
Und beim Schnorcheln bekommen sie auch noch Haie zu sehen! Auch berichtet Hannah, dass die gesamte Fauna hier komplett anders aussieht als an der Karibik. Ergibt schon irgendwie Sinn: anderer Ozean, andere Fische. Aber daran hatte ich leider nicht rechtzeitig gedacht. 

Drei Blogeinträge später kommen sie dann müde und begeistert wieder ins Hostel zurück.

Dafür konnte ich... tada! .. Surfen ausprobieren! Unsere Hütten-Nachbarin hat sich für einen Tag ein Surfbrett gemietet, um damit im Selbstversuch zu lernen. Irgendwann, als sie selbst damit fertig ist, fragt sie mich, ob ich es nicht auch probieren wolle. Meine ersten Versuche scheitern natürlich kläglich, aber nachdem mir das erste Mal Aufstehen gelingt, ist meine Begeisterung geweckt. Es macht wirklich Spaß, in und über den Wellen dahinzureiten, auch wenn ich sagen muss, dass ich beim Warten auf die perfekte Welle (oder zumindest eine passable Welle) bald ungeduldig werde. Vermutlich bin ich noch immer nicht so tiefenentspannt wie die typischen Surfer-Beach-Boys. (Das ist allerdings ein so fortgeschrittenes Niveau von Entspanntheit, das ich, glaube ich, gar nicht erreichen möchte.)
Überwasser-Kitschphoto, stellvertretend für die drei Schnorchel-Touren.
Wovon wir alle genug sehen, sind allerdings Einsiedlerkrebse: Sobald es zu dämmern beginnt, kreucht und fleucht der gesamte Strand. Jede einzelne Muschel scheint bewohnt zu sein, streckt ihre Beinchen aus, und fängt an, geschäftig hin- und herzukrabbeln.

Einer der größeren Einsiedlerkrebse, hier weit aus seinem Haus gelehnt.
Zu guter Letzt bleibt eigentlich nur mehr ausgezeichnete Essen zu erwähnen, das wir uns mehr als einmal Abends im Nachbar-Restaurant gönnen. Shrimps, Garnelen, und Tintenfisch, einmal in Kokos-Sauce, mal als Curry (spanisch: Kuri ausgesprochen). Man könnte sich an diesen Luxus wirklich leicht gewöhnen. 

Die Tage fliegen dahin, und schon viel zu bald müssen wir wieder den Bus Richtung Panama City erklimmen.